Warum passen Solaranlage und Klimaanlage im Sommer gut zusammen?
Weil Erzeugung und Bedarf zur gleichen Zeit kommen. Laut Fraunhofer ISE hat Solarstrom seine Höchstwerte um die Mittagszeit. An sonnigen Tagen kann Photovoltaik in Deutschland über Stunden den gesamten Strombedarf decken. Die Folge: Der Börsenpreis fiel 2025 in fast 600 Stunden auf Werte nahe oder unter null. Gleichzeitig treibt direkte Sonne die Wärme in die Räume, darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin. Die Klimaanlage läuft also oft dann, wenn das eigene Dach viel Strom liefert. Viele Haushalte haben diese Möglichkeit bereits. Im Marktstammdatenregister standen Anfang 2025 in Niedersachsen 533.893 und in Nordrhein-Westfalen 877.594 Solaranlagen. Ende 2025 waren in Deutschland laut Bundesnetzagentur Solaranlagen mit 117 Gigawatt installiert. Haushalte nutzen nach Fraunhofer ISE je nach Anlagengröße 20 bis 40 Prozent ihres Solarstroms selbst. Eine Klimaanlage kann diesen Anteil an heißen Tagen erhöhen.
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Wie viel bekomme ich 2026 für eingespeisten Solarstrom?
Wenig im Vergleich zum Strompreis. Die Bundesnetzagentur nennt für Anlagen auf Gebäuden bis 10 kW, die vom 1. August bis 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, 7,70 Cent je kWh bei Teileinspeisung. Teileinspeisung heißt: Sie nutzen einen Teil des Stroms selbst und speisen nur den Überschuss ein. Bei Volleinspeisung sind es 12,22 Cent, dann nutzen Sie aber keinen Solarstrom im Haus. Der Satz bleibt für die Anlage über 20 Jahre gleich. Bestehende Anlagen behalten den Satz, der bei ihrer Inbetriebnahme galt. Wie es für Anlagen ab 2027 weitergeht, berät laut Bundesnetzagentur derzeit der Bundestag. Den Satz Ihrer eigenen Anlage finden Sie in der Abrechnung des Netzbetreibers.
Was ändert das Solarspitzengesetz für neue Anlagen?
Für Anlagen, die seit dem 25. Februar 2025 in Betrieb gehen, gelten neue Regeln im EEG. Nach § 51 EEG fällt die Vergütung auf null, solange der Börsenpreis negativ ist. Die ausgefallene Zeit wird nach § 51a EEG ans Ende des Vergütungszeitraums angehängt, bei Solaranlagen allerdings nur zur Hälfte. Für Anlagen unter 100 kW greift die Nullvergütung erst nach dem Jahr, in dem ein intelligentes Messsystem eingebaut wird. Bis dahin gilt nach § 9 EEG eine andere Grenze: Die Anlage darf höchstens 60 Prozent ihrer installierten Leistung ins Netz einspeisen. Steckersolargeräte bis 2 kW sind davon ausgenommen. Für Sie heißt das: Mittags kann mehr Strom auf dem Dach entstehen, als ins Netz darf. Eine Klimaanlage, die genau dann läuft, nutzt diesen Strom, statt ihn abzuregeln.
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Wie viel spare ich, wenn die Klimaanlage Solarstrom nutzt?
Die Rechnung ist einfach: Strompreis minus Einspeisevergütung. Der Haushaltsstrom kostete 2026 laut BDEW im Schnitt 37,0 Cent je kWh. Eine neue Anlage bis 10 kW bekommt für eingespeisten Strom 7,70 Cent. Jede kWh, die Ihre Klimaanlage vom eigenen Dach bezieht, spart also rund 29,30 Cent. Ein 3,5-kW-Split-Gerät braucht zum Kühlen laut Energielabel 132 bis 198 kWh im Jahr. Läuft es ganz mit Solarstrom, sparen Sie rechnerisch rund 38,68 bis 58,01 Euro im Jahr. Deckt die Solaranlage nur die Hälfte, sind es rund 19,34 bis 29,01 Euro. Der Betrag ist klein, weil moderne Split-Geräte sparsam sind. Beim Heizen ist der Verbrauch höher. Dafür braucht ein solches Gerät laut Datenblatt 673 bis 761 kWh, im Winter liefert die Solaranlage aber deutlich weniger.
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Gilt in Niedersachsen und NRW eine Solarpflicht für Neubauten?
Ja, in beiden Ländern. In Niedersachsen verlangt § 32a NBauO bei neuen Gebäuden mit mindestens 50 m² Dachfläche, dass mindestens die Hälfte der Dachfläche mit Photovoltaik belegt wird. Das gilt seit 2023 für gewerbliche Neubauten und seit dem 1. Januar 2025 für alle Neubauten, also auch Wohnhäuser. Auch bei einer Erneuerung der Dachhaut ab 50 m² greift die Pflicht. In NRW schreibt § 42a BauO NRW Solaranlagen auf geeigneten Dachflächen vor. Sie gilt für Nichtwohngebäude mit Bauantrag nach dem 1. Januar 2024 und für Wohngebäude mit Bauantrag nach dem 1. Januar 2025. Seit dem 1. Januar 2026 gilt sie auch bei einer vollständigen Erneuerung der Dachhaut. Ausnahmen gibt es, wenn die Anlage technisch unmöglich oder wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Wer neu baut, kann die Klimaanlage also von Anfang an mit dem Solarstrom planen.
Wie steuere ich die Klimaanlage nach dem Solarstrom?
Am einfachsten über die Zeit. Lassen Sie das Gerät an heißen Tagen schon mittags laufen, statt erst am Abend gegen die aufgestaute Wärme anzukühlen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen empfiehlt allgemein, Verbraucher in die Mittagsstunden zu legen. Ohne Speicher sind so bei einem typischen Haushalt rund 30 Prozent Eigenverbrauch möglich, mit Batterie rund 60 Prozent. Komfortabler ist ein Energiemanagement-System. Es stimmt laut Verbraucherzentrale Erzeugung und Verbrauch aufeinander ab. Je nach Ausstattung schaltet ein solches System Geräte bei Solarüberschuss ein. Fragen Sie Ihren Fachbetrieb, ob Ihr Klimagerät eine passende Schnittstelle hat. Beachten Sie außerdem: Klimaanlagen mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung gelten nach § 14a EnWG als steuerbare Verbrauchseinrichtungen und müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden.
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